Die Parodontitis-Vorbehandlung

Die Parodontitis-Vorbehandlung ist ein wichtiger Bestandteil der Parodontitisbehandlung. Bei dem Eingriff entfernt der Zahnarzt die Zähne von harten und weichen Belägen, welche die Hauptursache von Parodontitis ist. Um Parodontitis vorzubeugen, ist eine regelmäßige und gründliche Zahnpflege besonders wichtig. Auch wenn Zahnfleischbluten besteht, müssen die betroffenen Regionen gründlich gereinigt werden. Im Rahmen einer Parodontitis-Vorbehandlung werden vom Zahnarzt Störfelder im Mundraum, wie zum Beispiel undichte Füllungen, beseitigt. Ein Zahnersatz kann erst nach abgeschlossener Parodontosebehandlung angefertigt werden.

Parodontitisbehandlung

Sind bei einer Parodontitis Zahnfleischtaschen von über fünf Millimetern vorhanden, so beinhaltet die Behandlung weitere Schritte. Zuerst einmal reinigt der Zahnarzt die Zahnfleischtasche und mit unterschiedlichen Instrumenten. Die in den Taschen liegenden Zahnoberflächen werden geglättet und von Bakterien befreit. Unter Umständen muss dieser Eingriff nach einiger Zeit wiederholt werden. Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung, sodass der Patient keine Schmerzen hat. Bis zu einigen Tagen nach der Behandlung kann das Zahnfleisch noch etwas empfindlich sein.

Parodontalchirurgische Eingriffe

Zu einer Parodontitis-Therapie gehören ebenfalls parodontalchirurgische Maßnahmen. Durchgeführt werden diese, wenn die Zahnfleischtaschen sehr tief sind. Bei den oft durchgeführten offenen Kürettagen
(der Begriff Kürettage bezeichnet das chirurgische Auskratzen einer entzündeten Zahnfleischtasche mit einer anschließenden Glättung der Wurzeloberfläche) schneidet der Zahnarzt das Zahnfleisch ein, sodass er besser an die entzündete Stelle heran kommt. Falls notwendig, wird krankhaftes Gewebe entfernt. Durch eine Geweberegeneration baut der Zahnarzt abgebautes Gewebe wieder auf, bzw. regt das Wachstum an. Hierfür wird eine spezielle Folie zwischen das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat gelegt, durch das der Kieferknochen verlorenes Gewebe langsam wieder nachbilden kann. Falls notwendig kann der Zahnarzt in die entstanden Lücken auch körpereigenes Knochengewebe verpflanzen. Dieses Verfahren können die Knochensubstanz aber nur teilweise wieder herstellen.

Zu den weiteren operativen Maßnahmen gehören:

  • Gingivektomie – die Entfernung des Zahnfleisches
  • Umlagerung der großen Schleimhautlappen in einer Lappenoperation
  • Gingivoplastik – Rekonstruktion von Zahnfleisch
  • Osteoplastik – Modellierung des Knochens, falls nötig mit Anlagerung von Knochenersatz
  • Wurzelaufgabelung der Backenzähne
  • Schleimhauttransplantat – Schleimhautersatz bei Defekten
  • Furkationsbehandlung – Entfernung von Wurzelanteilen und die Freilegung der Wurzelaufgabelung der Backenzähne

Lasertherapie

Im Rahmen einer Parodontitis-Behandlung ist die Lasertherapie eine sanfte und schonende Methode, um die Zahnfleischtaschen zu reinigen. Mittels Laserlicht können Bakterien abgetötet werden, die sich sehr tief in den Zahnfleischtaschen befinden. Hierdurch muss das Zahnfleisch nicht mehr aufgeschnitten werden und die Entzündung kann schneller abheilen. Muss doch Zahnfleisch entfernt werden, kann der Zahnarzt mithilfe des Lasers Gewebe verdampfen und somit abtragen und öffnen. Die Nachblutungen sind bei dieser Methode seltener und die Heilungsphase wird beschleunigt. Nach einer Parodontitisbehandlung erhalten Patienten oft Arzneimittel, durch welche das Wachstum der Bakterien gehemmt wird und Entzündungen vorgebeugt wird.

Spüllösungen und Antibiotika

Um Bakterien im Mund zu bekämpfen, werden Spüllösungen mit Wasserstoffdioxid oder Chlorhexiin-Digluconat eingesetzt. In schweren Fällen werden auch Antibiotika verwendet, welche der Zahnarzt direkt in die Zahnfleischtaschen einbringt oder als Tablette eingenommen werden.

Kosten für eine Parodontitis-Behandlung

Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Parodontitis-Behandlung, da diese der Zahnerhaltung dient. Vor dem Beginn der Behandlung erstellt der Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan, in dem die Kosten genau aufgelistet werden. Hieraus wird ersichtlich, wie viel die Kasse übernimmt und welcher Eigenanteil auf den Patienten zukommt. Die Kosten für eine unterstützende Lasertherapie wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

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